• Ralph Ludwig

Mining in Downunder: White Cliffs


Erstes Opalfeld Australiens. Unvorstellbar, dass White Cliffs mal eine prosperierende Stadt war: 1889 hatte ein Khängerujäger hier per Zufall einen Opal entdeckt - sein Pferd war über den Stein gestolpert, der in Regenbogenfarben schillerte. Als sich die Nachricht verbreitete, strömten Glücksritter schnell in die lebensfeindliche Wüste, in der Wasserlöcher fast ausgetrocknet waren. White Cliffs wurde zum ersten Opalfeld in Australien. 1899 wühlten schon 2500 Opalminer.

Es gab sieben Lebensmittelläden, fünf Hotels, vier Cricketclubs, drei Konditoreien - und zwei Dutzend Bordelle. Der Reichtum war so offensichtlich, dass die Postkutscher von White Cliffs mehrfach in Pistolenläufe blickten. Mancher Ganove flüchtete beladen mit Opalen und Schecks, trotz der großen Distanzen auf dem Fahrrad, dem gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel jener Zeit.

1914 brachen die Opalmärkte zusammen: Der Krieg in Europa machte aus den deutschen Händlern, den einstigen Hauptabnehmern der glitzernden Steine, fast über Nacht Feinde der Australier.White Cliffs blieben gerade 30 Menschen - und 50.000 Krater, die bis heute wie frisch ausgehobene Gräber klaffen.

Doch ausgestorben sind sie nie ganz, die Opalsüchtigen, die davon reden, befallen worden zu sein vom opal bug, und sich fiebrig durch die Erde quälen. Der Süchtigste von allen sei ihr Schwager, hat mir Wendy Dowton, die Frau vom Postamt, verraten. Irgendwo aus den Tiefen seiner Höhle holt er für uns einen so genannten pineapple, einen dieser äußerst seltenen Opale in Form eines faustgroßen Kiefernzapfens, wie sie nur in White Cliffs gefunden werden.


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